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In dieser Gegend gibt es keine Hunde, jedenfalls sehe ich keine, im Gegensatz zu Babel, da wohnte ich früher, aber da war es mir zu dreckig. Stellt sich die Frage: dieser winzige Rasenstreifen unter den Bäumen hinter der Sporthalle, wie kommt die Hundekacke dahin? So viel, daß man nicht treten kann. Als ob es nicht genug Bäume im Rayon gäbe. Unser Grünfaktor ist vorbildlich. Aber WO sind die Köter? Vielleicht scheißt jemand anderes dahin, aber WER? Eigentlich muß ich darüber nicht nachdenken, ist das wichtig? Aber die Logik holpert, das irritiert mich. Vielleicht trägt ein Schalk die Kötel dahin, aber woher nimmt er sie und warum ausgerechnet an diesen einsamen Ort, fernab vom regen Treiben des Boulevards? Gibt es einen solchen Schalk im Viertel, wer ist das und warum traut er sich nicht in die Menge... Vor ein paar Jahren haben wir einen Bekloppten verdroschen, der, als Apache verkleidet, im Puff randalierte. Eigentlich war ich nicht dabei, fand’s aber gut. Nahe meiner Wohnung gibt es ein spirituelles Zentrum. Gegen ein angemessenes Entgeld kann man sich wohlfühlen, bekommt noch ein paar Möhren, Äpfel oder braunen Kuchen mit auf den Weg. Ich gehe dahin, wie es meine finanzielle Situation erlaubt. Manchmal jeden Tag, aber ganz selten mehrmals täglich. Nicht wegen der Möhren. Die bekomme ich im Laden nebenan für lau, wenn ich mit dem Hammer auf meinen Daumen hauen lasse. Die Entscheidung für diesen oder jenen Weg ist nicht leicht, ist ein Bekenntnis. Ich muß viele Mäuler stopfen, da lasse ich den Kerl auch mal ausholen. Im spirituellen Zentrum war mal jemand, den mochte ich. Eigentlich ging ich nur dorthin, um ein paar interessante Gesichter zu sehen. Ging? Um ehrlich zu sein, es stimmt, jetzt suche ich den Ort lange nicht mehr so häufig auf. Die Truppe wirkte ganz keck und ich fühlte mich wohl... Besonders der Rotschopf war ganz fidel. Einmal konnte ich nicht rein wegen Trauer. Ich weiß nicht, wen das betraf, den Rotschopf sah ich seitdem nie mehr, aber auch die anderen Vögel sind nach und nach verschwunden. Bestimmt haben sie sich emanzipiert und ihre eigenen Reiche gegründet; die liegen dummerweise nicht in meiner Reichweite. Denn ich bin gebunden. Ich kann nicht mal schnell nach Hamm fahren. Zwar, was sollte ich da? Aber davon abgesehen halten mich Pflichten. Früher sammelte ich Hunde, um sie zu verteilen, jetzt werden sie mir von den Behörden zugeteilt und ich muß sie versorgen. In der Nachbarstadt gibt es eine Selbsthilfegruppe genervter Kollegen in meiner Lage. Die Deppen labern sich voll und werfen sich die Hunde gegenseitig in die Vorgärten. Ich stehe da drüber. Erstens lebe ich auf Miete, zweitens ist mir derlei Tun zu doof. Lieber werde ich in öffentlichem Auftrag aktiv. Auf dem Boulevard drehe ich ehrenamtlich unbotmäßigen Radfahrern die Ventile raus. Die Säcke (und Säckinnen) stellen nämlich ihre Fahrräder zielstrebig vor wichtigen Toren ab: Da muß man was gegen tun. Und Spaß machts... Werde ja nicht belangt. Außer, der Vollbart aus dem Erdgeschoß wollte mich vermöbeln, hat er auch ein bißchen geschafft... hat aber nicht gesagt weshalb. Fahrrad fährt er, allerdings habe ich die Hundescheiße von der Turnhalle in seinen Briefkasten gekippt. IHN habe ich mit Hund gesehen. Nicht im Haus. Entweder er borgt sich welche, um zu verunsichern, oder er versorgt Hunde schwarz, was verboten ist. Wie sollte unsereiner über die Runden kommen?
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